Eine Antwort auf „Inntal früher eine abwechslungsreiche Flusslandschaft“

  1. Durch die Weiterentwicklung des Tirol-Adria-Projektes ist es mir gelungen, Verkehr mit geringerem Fußabdruck zu entwerfen. Die aktuelle Dieseldebatte wird dazu beitragen, dass der Bevölkerung die Umweltbelastung erst bewusst und Politiker zum Handeln veranlassen wird. Folgende Ausführungen zeigen, wie bestehende Autobahnen sowohl elektrifizierten Verkehr als auch eine moderne Hängebahn ermöglichen und somit die kühnsten Erwartungen in den Brenner Basistunnel BBT weit übertreffen. Für bereits realisierte Vortriebe bieten sich geeignete Nutzungen an, die den herbeigezogenen Begriff „Point-of-no-return“ die Aussagekraft nehmen, auch weil wir die Zukunft nicht mit alter, sondern nur mit neuer Technologie bewältigen werden. Solche habe ich für den Kongress „Die Energie der Alpen“ in Garmisch Partenkirchen in einen Vortrag über das Tirol-Adria-Projekt aufgezeigt, welches u. a. auch die (Wieder)Schiffbarmachung der Flüsse Inn und Etsch für die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria zum Inhalt hat und zu neuen Erkenntnissen führt.

    Der AlpenKanalTunnel, verbindet die Flüsse Inn und Etsch. Durch diesen verlaufen sogar zwei in vielerlei Hinsicht sich gegenseitig ergänzende Verkehrsadern, und zwar die Wasserstraße Donau-Tirol-Adria und im Tunnelgewölbe eine Einschienen Hängebahn – EHB – sowie Strom- und Datenleitungen. http://www.tirol-adria.com

    In gleicher Weise sind Flüsse, Kanäle und bestehende Verkehrswege, die wie Korridore das Land durchziehen, geradezu prädestiniert, mehrfach genutzt und intensiver bewirtschaftet zu werden, wie folgende Maßnahmen zeigen.
    1) die Photovoltaik-Überdachung der Autobahn zur Stromerzeugung für die Elektromobilität, zum Schutz der gesamten Infrastruktur und zur Unterbringung von Strom- und Datenleitungen, die zugleich auch tragende Elemente der Überdachung und der Multifunktionsschiene (Fahr-, Strom- und Leitschiene) des Hängebahnsystems sind. Daran rollen oberhalb der 1. Fahrspur Trolleys mit Hebewerk
    a) zur schwebenden Beförderung von Personen – Aerobus – und Gütern in Containern (<10 t) und anderen Arten,
    b) zum Ziehen und Steuern von Fahrzeugen ohne eigenen Antrieb (Anhänger) oder mit Verbrennungsmotor (Übergangszeit)
    c) zur Übertragung von Strom und Steuerungsdaten an e-Fahrzeuge. Batteriebetriebene Fahrzeuge können während der Fahrt (und natürlich auch an Rastplätzen) laden,
    d) zum Betrieb einer Hochgeschwindigkeits-Einschienen-Hängebahn – HGHB – Aerobus – oberhalb der 2. oder 3. Autobahnspur. Bei einer 2-spurigen Straße verläuft die Schiene der eventuellen Hochgeschwindigkeits-EHB in der oberen Etage in ca. 7,5 m Höhe unterhalb der PV-Überdachung .
    Allein durch die Elektrifizierung fallen die Umweltbelastung durch Abgase und ein großer Teil der Lärmbelästigung weg. Die Multifunktionsschiene ist auch Leitschiene für automatisiertes Fahren, das die Fahrsicherheit und die Leistungsfähigkeit der Autobahn wesentlich erhöht.

    Der Antrieb der Fahrzeuge soll wegen der vielen Vorteile rein elektrisch erfolgen, unabhängig davon, ob dann der Strom mit erneuerbarer oder fossiler Energie bereitgestellt wird. E-Fahrzeuge werden mit einem kompakten Stromaggregat ausgerüstet, das die Stromversorgung immer und auch auf nicht elektrifizierten Strecken sicherstellt. In Zukunft könnte es durch einen Stromspeicher ergänzt oder ersetzt werden.

    Die Elektrifizierung und Automatisierung des Verkehrs ist mit bestehender Technik heute schon möglich.

    Die Einschienen-Hängebahn mit den oben beschriebenen Möglichkeiten ist eine geradezu bahnbrechende Neuerung, die völlig neue Perspektiven eröffnet! Ist es doch die Straße selbst, die dadurch den Personen- und Güterverkehr auf oder an die Schiene bringt und elektrifiziert! Diese Nutzungen werden durch die besondere Art der Multifunktionsschiene anstelle der elektrischen Oberleitung ermöglicht. https://www.youtube.com/watch?v=vs8VghXjFTQ

    2. Zur Gestaltung und Bewirtschaftung von Flussräumen gehört neben der oben beschriebenen Möglichkeit der PV-Überdachung und des Einschienen-Hängebahn-Systems
    a) Hochwasserschutz, Wasserregulierung;
    b) Binnenschifffahrt, welche ebenfalls elektrifiziert und elektronisch gesteuert wird und somit auch bei Dunkelheit betrieben werden kann,
    c) Wasserkraftnutzung zur Stromerzeugung für die Elektromobilität; d) Fischzucht und andere Aquakulturen;
    e) Erschließung von Lebens-, Erholungs-, Wirtschafts- und Freizeitraum am Wasser.
    f) Verlegung von Unterwasserkabeln;

    Durch die aufgezeigte Bewirtschaftung von Wasserläufen und die Um- oder Mehrfachnutzung bestehender Infrastrukturen wie Straßen, Auto- und Eisenbahnen, können Belastungen durch zusätzliche Strom- oder Eisenbahntrassen vermieden werden.
    Mit den €-Milliarden, die der Brenner Basistunnel und der Bahntunnel der Strecke Turin-Lyon und die erforderlichen Zulaufstrecken voraussichtlich verschlingen, könnten Autobahnen und Straßen mit der Hängebahntechnik ergänzt, elektrifiziert, automatisiert und dadurch umweltgerechter, sicherer und leistungsfähiger gemacht werden.
    Schlagwort der Politik: Berlin-Palermo: Dazu gehört der BBT samt Zulaufstrecken und nicht zu vergessen auch die Brücke über die Meerenge von Messina mit 3500 m Spannweite. Dazu eine praktische Überlegung: Höchste existierende Spannweite für Bahnbrücken in Lissabon knapp 1000 m. Stellen Sie sich dann das Lastverhältnis auf einer 3,5 mal so großen Spannweite der Brücke für Eisenbahn und Autobahn vor: 2000 Tonnen Zug oder 40 t LKW oder 10 t Hängebahn (Aerobus) in der Mitte der Brücke, wo sich womöglich noch 2 Züge kreuzen!! Die Überfahrt von LKW, PKW und Hängebahn kann dosiert, ein 750 m langer Zug jedoch nicht zerlegt werden. Deshalb wundert es mich, dass die Verantwortlichen in der EU noch immer am Konzept „Eisenbahnverbindung Berlin-Palermo“ festhalten, obwohl ich im hier wiederholten Absatz eindeutig auf das „technische Unding“ einer so langen Brücke auch für eine Eisenbahn über die Meerenge von Messina hingewiesen habe und nun auch der EU-Rechnungshof zum Vorhaben BBT seine Zweifel äußert.
    Daher muss Europa sich aufraffen und sich von solchen Prestigevorhaben trennen und durch die aufgezeigten Technologien ersetzen. Die dadurch eingesparten Finanzmittel sollten verantwortungsvoll für solche Verkehrsinfrastrukturen etwa in Afrika eingesetzt werden, um dort den Menschen Perspektiven zu geben und die Flüchtlingsströme aufzuhalten.

    Wahrlich ein faszinierender Plan, der vor allem jetzt wegen der steigenden Umweltbelastung längs der Autobahn zu einer Notwendigkeit geworden ist, aber noch nicht in die Redaktionen vorgedrungen ist.

    P.S. Auch der im Jahre 1992 eröffnete Rhein-Main-Donau-Kanal wird durch die Verbindung zur Adria seine Bedeutung erlangen, weil dann längere Strecken auf Binnengewässern befahrbar sind und vor allem weil der Verkehrsweg durch den Suezkanal um 4-5000 km abgekürzt wird!

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