Deutschlandfunk Interview über ICE München Berlin Güterverkehr hat kein Intresse !

Christian Böttger Verkehrsökonomin im Gespräch mit Sina Fröhndrich Deutschlandfunk

„Bisher hat der Güterverkehr kein Interesse angemeldet“

Fröhndrich: Sie haben den Güterverkehr gerade kurz angesprochen. Profitiert denn der Güterverkehr überhaupt von dieser Strecke?

Böttger: Ja, er profitiert natürlich insofern, als der Personenverkehr auf den Altstrecken Platz freimacht. In dem Sinne profitiert er. Das heißt, er bekommt zusätzliche Fahrmöglichkeiten auf den bisherigen Strecken. Aber die Traumvorstellung, dass man sagt, ich fahre tagsüber im Viertel-Stunden-Takt ICE und nachts im Fünf-Minuten-Takt Güterzüge auf dieser Neubaustrecke, das hat sich bisher nicht so bewahrheitet. Die Strecke ist ja so gebaut worden, dass sie grundsätzlich auch güterverkehrsfähig ist. Allerdings haben wir derzeit ein Trassenpreis-System, das dazu führt, dass es eigentlich unattraktiv ist für den Güterverkehr, und bisher hat der Güterverkehr kein Interesse angemeldet, die Strecke tatsächlich auch zu nutzen. Das ist eigentlich keine schöne Erfahrung. Wenn man sie von vornherein als reine Personenverkehrsstrecke gebaut hätte, hätte man sie auch noch mal ein bisschen billiger bauen können.

Fehler bei der Planung, dem Bundesverkehrswegeplan und der Nutzen-Kosten-Analyse

Resumee
Die vorliegenden Planungen mit dem einen Endpunkt Grafing bei München
sind mangels notwendiger Einbeziehung der zwei weiteren Routen nach
Wasserburg und nach Freilassing grundsätzlich nicht geeignet, eine Trassenauswahl
vorzunehmen und haben nicht die geringste Chance, in der vorliegenden
Form die deutsche Nutzen-Kosten-Bewertung erfolgreich zu
absolvieren und weiter im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans
zu verbleiben. Weder die planerischen Alternativen sind auch nur
ansatzweise einbezogen, noch haben die als „Bemessungsgrundlage“  unterstellten Zugzahlen einen Bezug zu deutschen Verkehrsprognosen.

Der Bahn Propaganda wieder einmal auf den Leim gegangen!

In der Folge 11 des OVB zum Brennerbasistunnel werden Züge von 250 Km/h Schnelligkeit als Nutzen propagiert. Das OVB suggeriert, dass 80 % des Güterverkehrs auf der Neubaustrecke abgewickelt werden würden. Diese bescheidene Information passt weiterhin in die Reihe der schlechtest recherchierten Artikel, die man in dieser Region bekommen kann. Es handelt sich um rein theoretische Zahlen für den Brennerbasistunnel.

Hochgeschwindigkeitsstrecke nutzlos !

Zur Begründung zitiere ich nun aus dem Sonderbericht des europäischen

Rechnungshofes zu Hochgeschwindigkeitsstrecken in der EU. https://www.eca.europa.eu/de/Pages/DocItem.aspx?did=46398

„Punkt 44: Durch Wahl der am besten geeigneten Option können Millionen Euro gespart werden. So ist beispielsweise auf der Strecke München-Verona auf dem geprüften Abschnitt des Brenner-Basistunnels eine Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bau. Angesichts der Geschwindigkeitsdaten ist das nicht gerechtfertigt: Auf der herkömmlichen Bahnstrecke zwischen München und Verona wird derzeit 13-mal gehalten, mit einer Aufenthaltszeit von insgesamt 41 Minuten an den Bahnhöfen (12,6 % der gesamten Fahrzeit). Derzeit beträgt die Fahrzeit von München nach Verona im Personenverkehr 5 Stunden 24 Minuten. Selbst wenn sich die Fahrzeit mit Fertigstellung der Brenner-Hochgeschwindigkeitsstrecke auf circa 3,5 Stunden verringern sollte, wird die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dieser Strecke trotzdem nur 115 km/h betragen, was nach wie vor zu langsam ist, um den Bau einer umfassenden Hochgeschwindigkeitsstrecke in überzeugender Weise zu begründen.“

80% Güterverkehr auf der Neubaustrecke sind unrealistisch !

Der Bericht suggeriert , 80 % des Güterverkehrs würden auf der Neubaustrecke fahren. Dies wird auch immer wieder von der DB so behauptet. Auf die Frage bei der letzten öffentlichen Stadtratssitzung in Rosenheim an Herrn Gruber von der DB AG, wie viele Güterzüge denn auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Hof Berlin bisher gefahren seien, konnte weder er noch einer seiner Adjutanten eine präzise Zahl nennen. Scheinbar ist man noch sehr weit von einem regelämßigen Güterverkehr auf der Strecke Hof Berlin entfernt. Güterzüge würden die Hochgeschwindigkeitszüge ausbremsen. Die empfindlichen Hochgeschwindigkeitstrassen werden durch den Güterverkehr schneller verschlissen. Das führt zu einer Erhöhung der Wartungskosten und Trassenpreise . Herr Gruber von der DB AG selbst erwähnte, dass ihm Hochgeschwindigkeitstrassen nur für Personenzüge lieber wären als Mischverkehr. Damit zeigt die DB AG klar Güterverkehr hat nichts auf einer Hochgeschwindigkeitstrasse verloren.

BBT-Nordzulauf Auswirkungen auf Brannenburg und Flintsbach.

Der Bericht von Theo Geflitter stellt die möglichen Auswirkungen des Nordzulaufes des Brennerbasistunnels im Raum Brannenburg und Flintsbach dar. Sehr informativ werden die Vorgaben des Projekts sowie der Planungsstand dargestellt. Die offene Fragen und Handlungsalternativen werden diskutiert.

PDF: BBT_Nordzulauf_Auswirkungen_Brannenburg_Flintsbach

Der Vortrag steht auch unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: http://geflitter.de/bbt/

 

Demokratische Entscheidung durch Gemeinderat statt Eklat !

Demokratische Entscheidung oder Eklat ?

Ich war als Zuschauer in der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Neubeuern. Angekündigt war eine Information der DB Netz AG zu den Erkundungs-bohrungen im Inntal. Die Information stand als Punkt 3 auf der Tagesordnung. Als aktuellster Punkt  der Tagesordnung, stand die Sperrung der Grund.- und Mittelschule bei fehlenden Brandschutzmaßnahmen, an 5. Stelle.

Zu Beginn der Versammlung fragte der 1. Bürgermeister die Ratsmitglieder ob die Tagesordnung so genehmigt werden kann. In diesem Moment stellte der 2. Bürgermeister einen Antrag zur Änderung der Tagesordnung. Der TOP 3 sollte, da über das Thema schon zweimal im Gemeinderat eindeutig entschieden wurde, aufgrund der Aktualität zugunsten des TOP 5 abgesetzt werden. Die Sperrung der Grund.- und Mittelschule ist das wichtigste Thema für die Bürger und betroffenen Schüler. Nach einer kurzen Diskussion der Ratsmitglieder erfolgte die Abstimmung. Mit der Abstimmung wurde dem Antrag des 2. Bürgermeisters stattgegeben, die Tagesordnung wurde entsprechend geändert.

Aus meiner Sicht kam es zu keinem Eklat wie das oberbayerische Volksblatt berichtet. In einem sehr demokratischen Prozess wurde lediglich die Tagesordnung geändert. Dass diese demokratische Entscheidung nicht alle Anwesenden im Gemeindesaal zufrieden stellte ist nun einmal so und kommt in einer Demokratie vor. Dass das oberbayerische Volksblatt hieraus einen Eklat macht entspricht dem Stile des Meinungsjournalismus. Dass die DB Netz AG mit ihrem Medienapparat eine Pressemitteilung mit ihrer Enttäuschung und Unverständnis in die Presselandschaft bläst war zu erwarten, hilft ihr jedoch nicht derzeit eine demokratische Entscheidung akzeptieren zu müssen. In Sachen Brenner-Nordzulauf darf natürlich keine Möglichkeit ausgelassen werden die öffentliche Meinung mit Hilfe des oberbayerischen Volksblattes zu beeinflussen. Die Taktik ist klar.

Oberbayerisches Volksblatt (OVB) bleibt seinem niedrigen Niveau treu !

Nach meinem Beitrag am 21. März dachte ich keineswegs daran, dass das OVB bereits am nächsten Tag ein neues Feuerwerk journalistischer Inkompetenz abfeuert. Es geht um den Beitrag über das Treffen der Bürgerinitiative in Nussdorf. Hier hatte ich ein grundsätzliches Referat über die Verkehrspolitik im Inntal, die historische Entwicklung des Brennerbasistunnels und seinen Zuläufen, den Staatsvertrag, den Bundesverkehrswegeplan inklusive Verkehrsprognosen gehalten. Wenn überhaupt über Auslastung gesprochen wurde, dann über die der Bestandsstrecke und nicht über die Auslastung der geplanten Gleise. Der Berichterstatter vom OVB war die ganze Zeit anwesend, warum das Thema an ihm vorbei ging weiß ich nicht. In seinem Beitrag wurde in keinster Weise die Thematik meines Vortrages aufgegriffen. In Beziehung auf das OVB kann ich sagen: „Ich habe fertig.“

Für den, der sich für den Inhalt interessiert, das PDF zur Veranstaltung.

Nussdorf 5.3.18 Verkehrspolitik im Inntal.