Warum der Vorstand des Brenner Basistunnels, Österreich und Italien unter Druck stehen.

Am 11.11.2018 wurde vom Bayerischen Rundfunk ein Bericht ( s.u ) zum Brennerbasistunnel und seinen Zulaufstrecken ausgestrahlt. Der Vorstand der BBT SE Konrad Bergmeister trifft verschiedene Aussagen. Diese sind in einem Video zusammengefasst.

Natürlich benötigt die Bevölkerung in Tirol dringend eine Entlastung vom Schwerlastverkehr übrigens auch im bayrischen Inntal. Diese Entlastung ist schon seit 20 Jahren fällig und wäre schon längst auch ohne Brenner Basistunnel möglich gewesen. Die entsprechenden politischen Entscheidungen wurden nicht getroffen. Nähere Informationen hierzu unter http://www.transitforum.at/ .
Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke München Berlin wurde fertig gestellt, nur fahren auf dieser Strecke keine Güterzüge die die Tiroler entlasten würden.
Die Bestandsstrecke im deutschen Inntal stellt keinen Engpass dar, die Kapazität zur Verlagerung von 800.000 LKWs / Jahr von der Straße auf die Schiene ist heute schon vorhanden und kann nicht genutzt werden. Ebenso ist die Strecke für den TEN Korridor Helsinki -Malta zugelassen.
Aufgrund der nationalen Vorgaben in Deutschland müssen für Verkehrsgroßprojekte plausible Nutzenkostenanalysen sowie der Bedarfsnachweis vorliegen. Dies ist nicht der Fall, so dass neue plausible Studien notwendig sind. Scheinbar ist der Brenner Nordzulauf als Verkehrsgroßprojekt krank, da Konrad  Bergmeister von gesundrechnen spricht.
Fazit: der Vorstand der BBt SE Konrad Bergmeister sowie Österreich und Italien stehen stark unter Druck. Konrad Bergmeister möchte Deutschland zwingen den Nordzulauf ohne entsprechenden Bedarfsnachweis fertig zu stellen um das umstrittene Projekt Brenner Basistunnel auch von Deutschland legitimieren zu lassen. Sollte nämlich Deutschland nachweisen dass eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke mit 230 kmh im Inntal nicht notwendig ist und die Bestandsstrecke ausreicht, würde das wackelige Konzept des  Brennerbasistunnels erneut in Frage gestellt. Daraus könnten weitere schwere Finanzierungsprobleme für die BBT SE , Österreich und Italien entstehen.

 

https://www.br.de/mediathek/video/trassen-und-zahlen-neuer-streit-um-brennerzulauf-av:5be860e1f571920018baedc5

2 Antworten auf „Warum der Vorstand des Brenner Basistunnels, Österreich und Italien unter Druck stehen.“

  1. Sehr geehrter Herr Schreiber,
    bezugnehmend auf Ihren Blog vom 25.11.2018 möchte ich nachstehende Zeilen dazu schreiben:
    Ihr Bericht entspricht nicht ganz den Tatsachen. Vor 20 Jahren war noch nicht abzusehen, welche Ausmaße die ganze Transitproblematik einmal annehmen würde. Natürlich ist eine Schnellbahntrasse durchs Inntal ein Quatsch, genauso ist es ein Quatsch den Brennerbasistunnel als überflüssig anzusehen.
    ich bin seit 2004 Pendler von Oberaudorf nach Sterzing in Südtirol und bin die Strecke zu jeder Tages und Nachtzeit gefahren, erlebe den ganzen Wahnsinn also hautnah.
    Die ganzen Jahre hat es niemanden in Bayern interessiert, ob die Brenner-autobahn im Verkehr erstickt, Hauptsache man kommt an den Gardasee.
    Die Bewohner des nördlichen und südlichen Wipptales interessiert niemanden hier. Die Äusserungen von lokalen Unternehmen und Politikern sprechen Bände und sind an Ahnungslosigkeit und Arroganz kaum zu überbieten. Dort wohnen aber auch Menschen so wie in Brannenburg oder Nussdorf.
    Für uns Bewohner des Wipptales bringt der Brennerbasistunnel sicherlich Entlastung und Lebensqualität zurück, sofern er wie geplant hauptsächlich für den Güterverkehr genutzt wird.
    Ob es dann im Inntal eine Schnellbahntrasse braucht, bezweifle auch ich, aber es ist doch einfach so, dass in Bayern seit ewigen Zeiten die Verkehrsminister von der sog. Heimatpartei gestellt werden, und schaut man sich die Wahlergebnisse in der Region an werden sie bei jeder Wahl bestätigt.
    Fakt ist, dass bisher einzig die Nordtiroler versuchen, mit halbwegs wirksamen Mitteln der Lawine Herr zu werden. Und wenn man die Schienen Infrastruktur durchs Inntal betrachtet, sind sie Bayern um Lichtjahre voraus.
    Nun noch eine Anmerkung zum Schluss: Ein grosser Spediteur hier aus dem Inntal wettert und schimpft über die Blockabfertigung in Tirol und versucht mit den Hinweis auf Arbeitsplätze die dadurch verloren gingen, Stimmung gegen die Tiroler zu machen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und über einen längeren Zeitraum die Kennzeichen seiner LKW auf der Brennerachse notiert.
    9 von 10 LKW hatten sog. Ost Kennzeichen an den Zugmaschinen. Also wo bitte sind die Arbeitsplätze?
    Nein so wird das nichts mit Europa, sie werden eine Trasse durchs Inntal bauen, ob Ihr wollt oder nicht.
    Heute sind 2 Termine über das gleiche Thema, in Brannenburg und Nussdorf.
    Einigkeit und an einem Strang ziehen sieht anders aus.
    Tirol machts vor.

    1. Sehr geehrter Herr Günter Reichard,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich hoffe sehr für sie und die Anwohner des Wipptales, dass sich die Hoffnung auf Entlastung durch den Brenner Basistunnel erfüllt. Leider sind bisher Verkehrswissenschaftler aus Wien zu der Ansicht gelangt dass der Brenner Basistunnel zu keiner wesentlichen Entlastung führen wird.
      Ich stimme Ihnen zu dass alle Anwohner entlang der Brennerachse entlastet werden müssen. Bisher haben weder die Politiker noch die Anwohner an einem Strang gezogen. Trotz vieler politischer Arbeitskreise aus Deutschen, Italienern und Österreichern hat der Verkehr unerträglich zugenommen. Wahrscheinlich muss der entscheidende Anstoß von der Öffentlichkeit kommen. Sicherlich ist die Schieneninfrastruktur in Nord Tirol sehr gut ausgebaut worden. Kapazitätsberechnungen auf der bayerischen Seite zeigen dass bei entsprechendem Ausbau der Bestandsstrecke bis 350-400 Züge täglich fahren können. Damit wird die Kapazität im Unterinntal und am Brenner Basistunnel ordentlich ausgelastet sein. Das alles wird nur funktionieren wenn tatsächlich irgendwann mal die Politik in der Lage ist LKWs von der Straße auf die Schiene zu verlagern. An dieser Stelle sind wir jedoch noch Lichtjahre davon entfernt.

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